Richtiges Entscheidungsmanagement – Wie soll man sich richtig entscheiden?
Soll ich für die Prüfung lernen oder erst die Aufgabe aus der Praxisphase erledigen? Sage ich bei einem zusätzlichen Projekt zu? Und was, wenn ich mich falsch entscheide? Im dualen Studium treffen Sie oft Entscheidungen, obwohl Zeit, Energie und Informationen begrenzt sind. Das kann anstrengend sein – besonders dann, wenn jede Wahl möglichst perfekt sein soll.
Was ist jetzt wirklich wichtig?
Nicht jede Entscheidung braucht gleich viel Aufmerksamkeit. Fragen Sie sich zunächst: Wie wichtig ist die Entscheidung, und kann ich sie später noch ändern? Ob Sie heute mit einer Aufgabe beginnen oder morgen, lässt sich meist leicht korrigieren. Bei der Wahl eines Schwerpunkts oder einer Praxisstation lohnt es sich dagegen, mehr Informationen einzuholen.
Wenn mehrere Möglichkeiten gut erscheinen, helfen drei einfache Fragen:
- Was ist mir bei dieser Entscheidung am wichtigsten?
- Welche Möglichkeit passt zu meinen aktuellen Verpflichtungen und Kräften?
- Was müsste ich noch wissen, um den nächsten Schritt zu gehen?
Setzen Sie sich außerdem einen Zeitpunkt, zu dem Sie entscheiden möchten. So geben Sie sich Raum zum Nachdenken, ohne immer wieder dieselben Möglichkeiten durchzugehen.
Eine gute Entscheidung garantiert kein perfektes Ergebnis
Manchmal läuft es anders als erhofft. Ein Projekt macht weniger Freude als gedacht, ein Lernplan geht nicht auf oder eine Zusage führt zu mehr Arbeit als erwartet. Das bedeutet nicht automatisch, dass Ihre Entscheidung falsch war. Sie haben mit dem Wissen entschieden, das Ihnen zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung stand.
Versuchen Sie, nach einem Rückschlag zwischen dem Ergebnis und Ihrer Person zu unterscheiden. „Mein Plan hat diesmal nicht funktioniert“ beschreibt eine Erfahrung. „Ich kann das einfach nicht“ macht daraus ein Urteil über Sie selbst – und hilft Ihnen kaum weiter.
Hilfreicher sind Fragen wie: Was hat gut funktioniert? Was habe ich unterschätzt? Was würde ich beim nächsten Mal anders machen? So wird aus einem Fehler eine konkrete Orientierung für die nächste Entscheidung.
Freundlich mit sich selbst bleiben
Überlegen Sie, was Sie einer Freundin oder einem Kommilitonen in derselben Situation sagen würden. Vermutlich würden Sie Verständnis zeigen und gemeinsam nach einer Lösung suchen. Diesen Umgang dürfen Sie auch sich selbst zugestehen.
Ihr Impuls für den Alltag: Wenn eine Entscheidung ansteht, notieren Sie Ihre zwei wichtigsten Kriterien und legen Sie einen Zeitpunkt für die Entscheidung fest. Falls später etwas schiefgeht, schreiben Sie einen Satz darüber auf, was Sie daraus mitnehmen – ohne sich dafür abzuwerten.
Sie müssen nicht immer die beste Möglichkeit finden. Oft reicht eine gut überlegte Entscheidung, die zu Ihrer jetzigen Situation passt. Den weiteren Weg können Sie anpassen.



