Alles fit? Gesundheitsvorsorge für junge Menschen
Wer jung ist und sich gesund fühlt, denkt oft erst bei Beschwerden an einen Arztbesuch. Dabei können sich gesundheitliche Risiken schleichend entwickeln und lange unbemerkt bleiben. Ein Gesundheits-Check-up bietet die Möglichkeit, den eigenen Gesundheitszustand zu überprüfen, persönliche Risikofaktoren zu besprechen und Fragen zur Prävention zu klären. Auch familiäre Vorbelastungen, der Impfstatus und der eigene Lebensstil werden dabei berücksichtigt. Ziel ist es, die eigene Gesundheit bewusst in den Blick zu nehmen und bei Bedarf frühzeitig gegenzusteuern.
Der Gesundheits-Check-up: einmalig zwischen 18 und 34 Jahren
Gesetzlich Krankenversicherte haben zwischen 18 und 34 Jahren einmalig Anspruch auf einen allgemeinen Gesundheits-Check-up. Ab 35 Jahren kann die Untersuchung alle drei Jahre wahrgenommen werden. Die Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenkasse. Ein Termin lässt sich in der Regel in der Hausarztpraxis vereinbaren.
Zu Beginn steht ein ausführliches ärztliches Gespräch, die sogenannte Anamnese. Dabei werden bisherige Erkrankungen, aktuelle Beschwerden und familiäre Vorbelastungen erfasst. Ebenso können Bewegung, Ernährung, Rauchen oder Alkoholkonsum sowie körperliche und psychische Belastungen zur Sprache kommen. Gerade im dualen Studium bietet sich hier die Gelegenheit, auch Stress durch Prüfungen, Praxisphasen oder die Vereinbarkeit verschiedener Anforderungen zu thematisieren. Zudem wird der Impfstatus überprüft.
Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung einschließlich Blutdruckmessung. Bei Menschen zwischen 18 und 34 Jahren werden bestimmte Blutwerte – etwa Blutzucker und Cholesterin – bei entsprechendem Risikoprofil untersucht. Ein allgemeines Blutbild gehört nicht automatisch zum Check-up. Zum Abschluss werden die Ergebnisse besprochen und bei Bedarf weitere Untersuchungen oder präventive Maßnahmen empfohlen.
Welche Früherkennungsangebote gibt es außerdem?
Der allgemeine Check-up ergänzt weitere Früherkennungsuntersuchungen. Welche Angebote infrage kommen, hängt unter anderem vom Alter und von individuellen Risikofaktoren ab.
Frauen zwischen 20 und 34 Jahren können jährlich eine Untersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs wahrnehmen. Dazu gehören eine gynäkologische Untersuchung und ein Zellabstrich vom Gebärmutterhals, der sogenannte Pap-Abstrich. Ab 35 Jahren wird alle drei Jahre eine Kombination aus Pap-Abstrich und HPV-Test angeboten; die jährliche gynäkologische Früherkennungsuntersuchung bleibt bestehen. Ab 30 Jahren gehört zudem eine jährliche ärztliche Tastuntersuchung der Brust zum gesetzlichen Früherkennungsangebot.
Bei Männern beginnt das gesetzliche Angebot zur Früherkennung von Prostatakrebs ab 45 Jahren. Für Hodenkrebs gibt es kein gesetzliches Früherkennungsprogramm. Veränderungen wie Knoten, Schwellungen oder anhaltende Beschwerden sollten jedoch unabhängig vom Alter ärztlich abgeklärt werden.
Das gesetzliche Hautkrebs-Screening steht Frauen und Männern ab 35 Jahren alle zwei Jahre zu. Manche Krankenkassen bieten es als Zusatzleistung bereits früher an. Auffällige oder sich verändernde Hautstellen sollten unabhängig vom nächsten Screeningtermin untersucht werden.
Gesundheit entsteht auch im Studienalltag
Neben ärztlichen Untersuchungen spielen die täglichen Gewohnheiten eine wichtige Rolle: regelmäßige Bewegung, eine abwechslungsreiche Ernährung, ausreichend Schlaf und bewusste Erholungspausen. Gerade im dualen Studium müssen sich diese mit Vorlesungen, Praxisphasen und Prüfungen vereinbaren lassen. Dafür braucht es keine aufwendigen Trainingspläne oder strengen Ernährungsregeln. Schon kleine, verlässliche Routinen können helfen – etwa ein Spaziergang in der Mittagspause, eine kurze Bewegungseinheit zwischen Lernphasen oder eine selbst zubereitete Mahlzeit. Die Duale Balance der DHBW bietet dazu Anregungen für den Studien- und Arbeitsalltag: von praktischen Übungen über Entspannungstipps bis hin zu unkomplizierten Rezepten.
Unterstützung durch die Krankenkasse nutzen
Viele gesetzliche Krankenkassen fördern Präventionskurse, beispielsweise zu Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung und Entspannung. Welche Angebote bezuschusst werden und welche Voraussetzungen gelten, unterscheidet sich je nach Krankenkasse und Kurs. Es lohnt sich daher, die Bedingungen vor der Anmeldung zu prüfen. Bei Bedarf kann auch eine ärztliche Präventionsempfehlung auf passende Angebote hinweisen.
Die Techniker Krankenkasse bietet beispielsweise Gesundheitskurse und mit dem TK-Coach eine digitale Unterstützung für Bewegung, Ernährung und Entspannung an. Ergänzend können Bonusprogramme gesundheitsbewusstes Verhalten belohnen.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen regulären Kassenleistungen, freiwilligen Zusatzleistungen und Erstattungen aus Bonusprogrammen. Zuschüsse zu einer Mitgliedschaft im Sportverein oder Fitnessstudio, zu Sportausrüstung oder einer professionellen Zahnreinigung sind keine einheitlichen Leistungen aller Krankenkassen. Bei der TK können solche Ausgaben beispielsweise im Rahmen der zuvor erworbenen Gesundheitsdividende und nach den jeweiligen Bedingungen erstattet werden. Ein Blick in die aktuellen Angebote der eigenen Krankenkasse schafft Klarheit.
Ein guter Zeitpunkt, die eigene Gesundheit in den Blick zu nehmen
Auch wer sich fit fühlt, kann den Gesundheits-Check-up nutzen, um persönliche Risiken und Fragen zur eigenen Gesundheit zu besprechen. Zusammen mit passenden Früherkennungsangeboten und gesunden Alltagsgewohnheiten ist er ein wichtiger Baustein der Gesundheitsvorsorge. Der erste Schritt kann ganz einfach sein: einen Termin in der Hausarztpraxis vereinbaren und den Impfpass mitnehmen.
Bei akuten oder anhaltenden Beschwerden gilt unabhängig davon: zeitnah ärztlichen Rat einholen. Ein Vorsorgetermin ersetzt keine Abklärung akuter Symptome.



